Avondale: Der biologische Weg in der Weinerzeugung
Magazin | Journal Südafrikanisches Weingut, Lifestyle, Bio, Südafrika
Zu Beginn strebt Avondale täglich danach, ein gesundes Boden-Ökosystem zu schaffen.
Die Wechselwirkungen zwischen Boden, Wasser, Pflanzen, Tieren und Menschen sind essenziell für die Biodiversität.
Naturverbundenheit prägt die Philosophie des Weinguts.
Es gilt, die Qualität der Trauben auf natürliche Weise zu fördern und die Charakteristik des Bodens zu bewahren.
Verschiedene Methoden zur Bodenbilanz, etwa die von Dr. William Albrecht, werden hier angewendet.
Sein Ansatz zur Remineralisierung unterstützt den Aufbau fruchtbarer Ökosysteme.
Avondale bereichert den Boden mit natürlichen Mineralien, darunter Minerale aus reinem Quellwasser.
So entwickelt sich eine vielfältige Pflanzenwelt und ein aktives Bodenleben.
Das Weingut ist offiziell als Bio-Weingut registriert und ergänzt dies um biodynamische Ansätze.
Inhaber und Winzer Johnathan Grieve denkt organische und biodynamische Anbaumethoden mit modernen Wissenschaftsansätzen zusammen – gemäß dem Motto „terra est vita“.
Hier stehen Bodenerhalt, natürliche Düngemittel und bewusste Schädlingskontrolle im Fokus.
Bodenvielfalt auf Avondale
„Terra Est Vita“ steht für die Idee, dass alle Elemente des Weinguts miteinander verbunden sind.
Das Weingut arbeitet in einem Kreislaufsystem aus Erde, Pflanzen, Tieren und Menschen.
Deckfrüchte zur Unterstützung der Reben
Um den Boden zu schützen und mit Nährstoffen zu versorgen, setzt Avondale auf vielfältige Zwischenfrüchte.
Hierbei sind Mischungen von bis zu zehn verschiedenen Arten möglich.
Diese Mischungen werden auf die jeweiligen Böden abgestimmt.
Zwei Hülsenfrüchte sorgen für natürliche Stickstoffanreicherung.
Zur Vermeidung von Erosion während der Regenzeit kommen diese Pflanzen zum Tragen.
In Trockenperioden verhindert Mulch die Verdunstung wertvoller Feuchtigkeit.
Zudem entstehen optimale Bedingungen für Mikroben und Humusaufbau.
Natürliche Düngemittel
Avondale betreibt eine kleine Herde Aberdeen-Angus-Rinder.
Diese Rinder liefern Dünger und fördern die natürlichen biologischen Abläufe im Boden.
Ein rotierendes Weidesystem mit Elektrozaun hilft, Überweidung zu verhindern.
Hühner unterstützen die Rinder, indem sie Larven fressen und den Mist gleichmäßig verteilen.
So schafft Avondale einen geschlossenen Kreislauf für Nährstoffe.
Biodynamische Mittel
Die biodynamische Praxis betrachtet den Bauernhof als selbstgenügsames System.
Hochwertige Präparate nach Rudolf Steiner werden hier genutzt.
Diese Präparate kommen in den Weinbergen zum Einsatz und sind auch über eine Feldsendetechnik anwendbar.
Das Ziel ist es, die Energien des Anbaugebiets positiv zu beeinflussen.
Natürliche Schädlingskontrolle
Wespen
Weinberge sind empfänglich für Schädlinge wie den Rebenmehlkäfer.
Avondale setzt auf natürliche Fressfeinde wie Coccidoxenoides perminutus und Cryptolaemus montrouzieri.
Diese bekämpfen Schädlinge kontrolliert und erhalten das natürliche Gleichgewicht.
Geplante Freisetzungen garantieren langfristige Gesundheit der Weinberge.
Enten
Pekingenten werden für die Bekämpfung von Schnecken herangezogen.
Die Tiere werden ausgebildet und regelmäßig in die Weinberge geleitet.
Sie nehmen keine Chemikalien in Anspruch und fressen Schnecken effizient.
Weinproduktion auf Avondale
Natürliche Gärung
Avondale produziert Wein ohne chemische Zusätze in den Weinbergen und Kellern.
Spontane Gärungen finden durch natürliche Hefen auf den Trauben statt.
Zwischen 50 und 100 verschiedene Hefestämme sind dabei im Einsatz.
Die Temperatur ist der einzig steuerbare Faktor.
Weißweine gären bei 24–25 °C, Rotweine zwischen 30 und 32 °C.
Der Gärzeitraum beträgt etwa neun Monate bis ein Jahr.
So entstehen Weine mit eigenem Charakter, komplexer Struktur und Hingabe.
Veganfreundliche Weine
Avondale-Weine entstehen durch minimale Eingriffe.
Ein Schönungsprozess wird nicht durchgeführt.
Trubstoffe setzen sich während der Lagerung ab und sorgen so für natürliche Klarheit.
Falls notwendig, erfolgt lediglich eine grobe Filtration beim Abfüllen.
Im Einklang mit der Natur leben
Der gesamte Betrieb wird als organisches und ausgewogenes System betrieben.
Es werden keine Chemikalien verwendet.
Schädlingsbekämpfung geschieht mit natürlichen Methoden und nützlichen Organismen.
Das Weingut ist seit 2001 als biologisch zertifiziert.
„Terra Est Vita“ steht für die Überzeugung, dass alles Leben untrennbar verbunden ist.
In den Weinbergen wachsen Lupinen, Salbei und Klee.
Schleiereulen nächtigen in Fässern zur Kontrolle von Nagetieren.
Die 100 Hektar sind in Parzellen aufgeteilt und werden separat bewirtschaftet.
Die Verarbeitung erfolgt in einem schwerkraftbasierten Keller mit minimalem mechanischen Eingriff.
Am Ende entstehen vitale, schwefelarme Weine mit eigenständigem Charakter.