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Der Dylan Lewis Sculpture Garden in Stellenbosch


Neugierig, was wir nach mehr als 20 Jahren in dieser wundervollen Stadt noch alles nicht entdeckt hatten, machten wir kürzlich endlich einen Termin im Sculpture Garden von Dylan Lewis. Wir hatten davon gehört, gelesen und standen einmal vor verschlossenen Türen. Nun war es endlich so weit. Wo wir ohne große Erwartungen losfuhren, um uns überraschen zu lassen, waren wir bereits am Eingang von der herausragenden Arbeit der Gärtner und der spürbaren kreativen Atmosphäre begeistert, die Dylan Lewis auf seinem weitläufigen Anwesen geschaffen hat. Schon unterwegs vom Parkplatz zum liebevoll restaurierten Coffee Shop, der hervorragenden Kaffee anbietet, kam es immer wieder zu herrlichen Skulpturen in der Landschaft.

Noch bevor wir die Kasse erreichten, stieg unsere Vorfreude auf das Werk dieses Künstlers weiter an.

Aber wer war der? Ein gebürtiger Südafrikaner, 60 Jahre alt – das sind die Fakten, aber was sonst? Ein spezialisiertes Kunsthaus in London sagt:

"Dylan Lewis ist Afrikas international renommiertester lebender figurativer Bildhauer. Kollektiv bilden Lewis' Bronze-Skulpturen von Raubkatzen vielleicht den kraftvollsten Kommentar zur Natur und Wildnis, der von einem Künstler dieser Ära gemacht wurde. Seine Katzen sind weitaus tiefgründigere Kunstwerke als einfache zeitgenössische Tierbronzen." Tatsächlich stellen sie die geschmeidige, fast knochenlose Eleganz dieser Apex-Raubtiere in Frage – Kreaturen, die allein durch ihre Anwesenheit spürbare Spannung in jede wahre Wildnis bringen.

Nach unserem Besuch können wir sagen, dass dies keine Übertreibung ist. Kaum hatten wir das historische Empfangsgebäude, das früher sein Atelier war, verlassen, waren wir völlig gefesselt. Dort im Souterrain sahen wir eine Kollektion von Abdrücken aus einem gipsartigen Material, die das Ergebnis nur eines Zwischenschritts sind, um vom Rohling zur fertigen Bronze-Skulptur zu gelangen. So viel unglaublich rohe, schöne Kunst auf so kleinem Raum hatten wir noch nie gesehen.

Vollends fasziniert von diesem magischen Raum trafen wir beim Verlassen des Gebäudes tatsächlich Dylan Lewis persönlich und erweckte zugleich die Hoffnung, einmal einen solchen Zwischenschritt besitzen zu können – jedoch sind sie unverkäuflich. Wirklich traurig, denn die fertigen Werke befinden sich in einem Preisbereich, der weit außerhalb unseres Budgets liegt. Er ist übrigens der einzige südafrikanische Künstler, für den Christies in London eine Solo-Auktion veranstaltete, und das gleich zwei Mal. Das letzte Event im Jahr 2018 war ausverkauft.

Warum das kein Wunder ist, wird unweigerlich klar, wenn man mehr als eine Stunde durch die geschwungenen Wege des Parks spaziert. Leider fehlen uns als künstlerisch untalentierte Menschen die Worte für die mächtigen Skulpturen und die sie umgebende Gestaltung des Gartens. Wir waren tief berührt von dem Talent und der Leistung dieses Mannes.

Nach mehr als zwei Stunden fiel uns der Abschied von der Schönheit und der Atmosphäre dieses Ortes schwer. Für uns gehört dieser Platz zu den magischen Orten der „Winelands“, die wir sicher nicht zum letzten Mal besucht haben. Natürlich verstehen wir, dass die gefühlte Qualität von Kunst vom Auge und der Stimmung des Betrachters abhängt; an dieser Stelle entschuldigen wir uns für alle, die unsere fast kindliche Bewunderung nicht nachvollziehen können. Ihnen bleibt immerhin der wirklich ausgezeichnete Kaffee.