Ataraxia – Entdecken Sie die Geheimnisse des Hemel en Aarde
Magazin | Journal Südafrikanisches Weingut, Südafrikanischer Weinmacher, Südafrika
Wir sind am Kap zurück, wo viele europäische Besucher langsam auf den Heimweg sind. Mit dem Ende des Sommers begrüßen wir den Frühherbst. Für viele ist nun die Zeit gekommen, sich von den Weinregionen zu verabschieden und die Rückreise zu starten. Auch die Zahl der Flüge nimmt allmählich ab. In dieser Übergangszeit möchten wir von unserem letzten Besuch bei Ataraxia berichten, einem Ort, den wir sehr gerne besuchen. Es sind nicht nur die Weine, die uns hierher ziehen, sondern auch die Freundschaft zu Hanli und Kevin, die uns bei jedem Besuch herzlich empfangen.
Unser Besuch bei Hanli und Kevin im Hemel-en-Aarde Valley offenbarte eine andere Perspektive auf den Weinanbau, die vielen von uns aus Mitteleuropa vielleicht nicht in den Sinn kommt. Ein Problem, das zunächst kurios erscheint, hat für die Winzer hier jedoch Gewicht: die Paviane.
In dieser Region gibt es eine große Population von Pavianen, die regelmäßig die Weinberge besuchen. Sobald die Trauben reif sind, werden sie zur unwiderstehlichen Versuchung. Jedoch sind Paviane keine sanften Besucher—sie verursachen Zerstörungen in den Weinbergen. Ganze Abschnitte können innerhalb von Stunden verwüstet werden, was zu erheblichen Ernteverlusten führt. Kevin und sein Team setzen verschiedene Maßnahmen ein, um diese Verluste zu minimieren. Unter anderem wird eine Schreckschusswaffe verwendet, um die Tiere abzuschrecken. Dies erschreckt nicht nur die Paviane, sondern auch die Vögel, die ebenfalls an den reifen Trauben interessiert sind.
Zusätzlich zu den Pavianen sind auch die Vögel ein ernstzunehmendes Problem. Zwar sind sie in ihrer Erscheinung weniger beeindruckend als die Paviane, doch ihre Angriffe auf die Trauben sind nicht harmlos. Sie picken die Beeren an, was zwar nicht sofort sichtbar schädlich ist, aber langfristig gravierende Folgen hat. Die angerissenen Stellen werden schnell zu Eintrittspforten für Bakterien, was letztendlich zu Fäulnis führt und die Ernte mindert. Kevin hat effektive Strategien gegen diese Bedrohung entwickelt, einschließlich Schreckmitteln und dem Anbringen von Netzen, um die Vögel fernzuhalten und die Natur nicht unnötig zu belasten.
Besonders herausfordernd für Hanli ist ihre Vorliebe für Weine der Rebsorte Chenin Blanc. Obwohl sie eine Schwäche für diese Rebsorte hat und Kevin dies weiß, sprechen die Gegebenheiten im Hemel-en-Aarde Valley eine andere Sprache. Der Boden ist ausgezeichneter für Sauvignon Blanc, den Kevin mit Leidenschaft produziert. Hanlis Wunsch nach einem Chenin Blanc bleibt ein heimlicher Traum, den sie zu respektieren versucht – auch wenn es manchmal zu humorvollen Diskussionen zwischen ihnen kommt und sie sich mit Chenins von anderen Produzenten zufrieden geben muss.
Am Ende unseres Besuchs wollten wir erfahren, wie das Leben der beiden abseits des Weinbergs aussieht. Viele Winzer in Südafrika entspannen auf dem Surfbrett, doch Kevin und Hanli haben eine andere Art sich zu erholen. Ihr Leben ist sehr naturverbunden, und ihre Freizeitgestaltungen haben wenig mit den warmen Temperaturen und Stränden des Kap zu tun. Stattdessen zieht es sie an Orte, an denen die Temperaturen im Winter bis zu minus 18 bis 20 Grad Celsius fallen. Das Paar liebt die Reisen in den Himalaya, die eine völlig andere Art von Ruhe und Erholung bieten.
Für uns, in einem Land mit einem ganz anderen Klima, klingt dies eher nach einer Herausforderung als nach Entspannung. Doch vielleicht sind es gerade solche Erlebnisse, die Winzer wie Hanli und Kevin jung und erfrischt halten – trotz der harten Arbeit, die sie in ihren Weinbergen leisten.
Damit schließen wir unseren Bericht über unseren Besuch bei Ataraxia für diese Woche. Wir hoffen, Ihnen Einblicke in die Herausforderungen und Freuden von Hanli und Kevin gegeben zu haben. Wie immer wünschen wir Ihnen eine angenehme Restwoche und das perfekte Glas Ataraxia-Wein – jedoch, wie erwähnt, heute bitte keinen Chenin Blanc.