Kapweingüter entdecken: Geheimtipps abseits der Touristenströme
Magazin | Journal Südafrikanisches Weingut, Reisetipps, Südafrika
Der Charme der weniger bekannten Kapweingüter
Ein gemeinsames Thema zog sich durch die Weinproben in den Winelands in diesem Jahr. Ich wagte mich von der Hauptstraße weg und fand weniger frequentierte Pfade.
GlenWood: Abseits des Gewöhnlichen
Meine Reise führte mich zu den GlenWood-Weingütern unter der Leitung von Alastair Wood. Der Anlass war der 25. Jahrgang dieses familiengeführten Weinguts in den unberührten Hügeln des Robertsvlei-Tals.
Seit der Eröffnung Anfang der 2000er-Jahre hat sich nicht viel verändert. Dieselben Eigentümer, vertraute Gesichter und Weinbauer DP Burger, der die Böden seit 1991 bearbeitet.
Die Natur prägt weiterhin das Erlebnis – Wald, Fynbos und Proteas umgeben die Verkostung mit Blick auf Keller, Restaurant und Farmhaus. Warnschilder in den Weinbergen warnen vor Pavianen, Karakalen und Leoparden. Das 56 Hektar große Weingut ist als WWF Conservation Champion ausgezeichnet.
Seit 1984 gilt GlenWood als Experte für Chardonnay und Shiraz.
Eine Vertikalverkostung der Vigneron’s Selection sowie Grand Duc Chardonnay und Shiraz von 2011 bis 2023 zeigte die stilistische Entwicklung. Der Trend geht hin zu eleganteren, subtileren Weinen mit weniger Holz.
Groot Phesantekraal: Auf einem entlegenen Ausläufer
Mein nächster Halt war abseits der gewohnten Routen. Auf einer einsamen Straße im Durbanville Wine Valley Richtung Klipheuwel entdeckte ich Groot Phesantekraal. Die historische Farm wurde im Jahr 1698 gegründet.
Keller, Verkostungsraum und Restaurant befinden sich in einem der ältesten Gebäude der Region. Heute wird das Weingut von der sechsten Generation der Familie Brink geführt. Winzer Richard Schroeder übernahm nach fünf Jahrgängen von Etienne Louw.
Seit 2005 erscheinen moderne Weine unter dem Label Groot Phesantekraal. Chenin Blanc und Syrah haben dem Weingut nationale Anerkennung eingebracht. Der Jahrgang 2023 erhielt Gold bei den Trophy Wine Shows 2025.
Die Authentizität von Groot Phesantekraal
Die Verkostung zeigte die Entwicklung des Chenin Blancs. Weniger Holz, mehr Frische und ein klarer Ausdruck des kühleren Klimas prägen den Stil. Das begleitende Menü umfasst hofeigenes Rindfleisch, Wild, Schwein, Lamm, selbst gebackenes Brot und Oliven. Dies schafft eine authentische Atmosphäre eines ursprünglichen Kap-Weinguts.
Groote Post: Ein historisches Weingut
Ein weiteres lohnenswertes Ziel ist Groote Post in den Darling Hills. Die Familie Pentz führt hier seit Generationen die Milchwirtschaft, Wildzucht und den Weinbau.
Der Groote Post Merlot 2022 gewann die Investec Wine Trophy 2025 als bester Merlot. Auch der Seasalter Sauvignon Blanc 2024 erhielt Gold bei der Trophy Wine Show 2025.
Allesverloren: Ein Weingut mit Geschichte
Meine Route führte weiter zum Allesverloren Wine Estate. Das Weingut liegt an den Hängen des Kasteelbergs bei Riebeek Kasteel im Swartland. Gegründet 1704, ist es seit sechs Generationen im Besitz der Familie Malan. Die neue Etikettenlinie trägt den Titel „100% Swartland Vineyards”.
Chenin Blanc bietet für Allesverloren großes Potenzial im Weißweinbereich. Der Fokus liegt auf terroirbetonten Weinen mit weniger Holz und mehr Frucht. Shiraz, Tinta Barocca und Fine Old Vintage zeigen heute deutlich mehr Eleganz als früher.
Fazit: Weingüter abseits des Mainstreams
GlenWood, Groot Phesantekraal, Groote Post und Allesverloren stehen für Tradition und Unabhängigkeit. Diese familiengeführten Weingüter verkörpern Geschichte, Charakter und echten Kapwein.
Wer abseits der bekannten Routen reist, entdeckt hier außergewöhnliche Weine und besondere Erlebnisse.