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Biowein – hier setzt die Natur die Grenzen

Die Geschichte von Johan Reyneke

Johan Reyneke, der Besitzer von Reyneke Wines,hatte große Ambitionen, als er Ende der 90er Jahre begann, einige Reihen eines Weinbergs auf dem kleinen Hof seiner Familie in der Nähe von Stellenbosch zu pflegen. Nach seinem Philosophie Studium war er der Überzeugung, dass der Mensch nur ein Teil der natürlichen Ordnung ist, anstatt ihr überlegen zu sein. Dies inspirierte ihn dazu, in seiner Landwirtschaft Wege zu finden, mit der Natur zu arbeiten, anstatt dagegen.
Seitdem ist seine Produktionsfläche auf 125 ha gewachsen.
Noch beeindruckender ist es, dass er es geschafft hat, den Humusgehalt seines Bodens von lediglich 0,9% auf 4,3% zu steigern und zusätzlich den pH -Wert des Bodens, ohne Zugabe von Kalk zu erhöhen.

Die Verbesserung der Bodengesundheit hat auch eine enorme Qualitätssteigerung des Weins mit sich gebracht, was nicht zuletzt auch den Preis beeinflusst hat.
„Die Reben werden nicht mehr gefüttert, sondern müssen ihre Nähstoffe aus dem Boden beziehen. Tatsächlich sind die Weinberge viel weniger homogen, so dass wir verschiedenen Teile des Weinbergs unterschiedlich behandeln und ernten müssen. Aber genau darum geht es ja auch in der Kunst der Weinherstellung: man produziert kein einheitliches Produkt,“ sagt der engagierte Weinmacher.


Von Kommerziell zu Bio – eine weiter Weg

Das Erreichen dieser sensationellen Ergebnisse war nicht immer reibungslos. Die Probleme begannen als Johan mit idealistischen Vorstellungen schon im ersten Jahr auf die Verwendung von chemischen Düngemitteln und Pestiziden verzichtete.
„Während meines Studiums arbeitete ich in einem Labor und habe dort aus erster Hand die negativen Auswirkungen dieser Produkte erfahren. Abgesehen von den negativen Folgen für die Umwelt wollte ich auch nicht, dass meine Arbeiter sich in einer giftigen Umgebung aufhalten,“ erinnert er sich.
Seine edlen Absichten schlugen fehl. Der Zustand der Reben verschlechterte sich, die Ernte war bei nahezu null und das Unkraut übernahm.
„Ich tat mir sehr leid. Es war offensichtlich, dass Mutter Natur meine Liebe zu ihr nicht teilte,“ scherzt er.

Botschaften aus der Natur

Eine Reihe konventioneller Wissenschaftler und Agrarberater sagten ihm, dass er eine Realitätsprüfung benötigte, da ein chemiefreies System nur für Sammler und Jäger funktionieren würde.
Er erhielt Anleitung von drei bekannten Schlüsselquellen:
Der Pionierin für Biodynamik in Südafrika, Jeanne Malherbe, der Universität Geisenheim und der bekannten Bodenbiologin Professor Barbara von Wechmar.
„Malherbe schaute sich das ganze Chaos an und sagte, dass ich durch Vernachlässigung und nicht durch Design organischen Landschaftsbau betreibe.“
„Eine der größten Lektionen, die sie mir beigebracht hat, war es, aus dem Chaos einen Sinn zu erkennen, indem sie Botschaften aus der Natur las. In der Tat bedeutet dies, dass Unkräuter, Krankheiten, Insekten und andere Organismen nicht mehr nur als Probleme, sondern auch als Indikatoren für Bodengesundheit angesehen werden.“
Einige Unkräuter sind in der Tat zerstörerisch; z.B. wirkt die Kriech Quecke allelopathisch und wirkt sich negativ auf das Wachstum anderer Pflanzen aus.
Im Allgemeinen sind Unkräuter jedoch Indikatoren für Nährstoffungleichgewicht oder -knappheit und können sogar zur Produktion beitragen, indem sie den Nährstoffgehalt des Bodens erhöhen, wie dies bei Klee der Fall ist, der Stickstoff bindet.
Malherbe lehrte ihn auch, dass der Boden nicht den Ernten unterworfen ist, die ein Bauer anbaut.
„Man muss Früchte produzieren, um eine Farm lukrativ zu betreiben, aber das Geschäft wird für zukünftige Generationen nur rentabel sein, wenn man sich um den Boden kümmert. Man muss dem Boden und den Früchten gleichermaßen Priorität einräumen.“

Johan sammelte eine Fülle von Informationen an der Uni Geisenheim. Leider konnten die meisten Lösungen in Südafrika nicht repliziert werden, da die Studien der Boden- und Klimabedingungen landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland betrafen.  


Reynekes Interesse wurde jedoch durch die Erkenntnis geweckt, dass sie Widerstandsfähigkeit einer Pflanze um 300% erhöht werden kann, wenn der Hummus Gehalt des Bodens auf 5 % erhöht würde. Er experimentierte mit unterschiedlichen Methoden zum Aufbau organischer Stoffe im Boden und erzielte hervorragende Ergebnisse mit Deckfrüchten, indem er Körner wie Hafer, Roggen und Triticale zwischen Weinberg pflanzte. Die gepflanzten Arten wurden jährlich gewechselt, wobei die Pflanzentscheidung weitgehend von den Saatgutpreisen abhängig war. Der Samen wurde von Hand in und zwischen die Weinbergreihen gesät. Ein Traktor fuhr durch die Reihen, um die Deckfrüchte im Oktober zu plätten, bevor die Rebstöcke wieder ansetzen.
Drei Jahre später sank der Weintraubenertrag von 8t/ha auf lediglich 2t/ha. „Ich war am Ende meines Wissens angelangt und hatte keine Ahnung was schiefgelaufen ist,“ erinnert sich Reyneke.
Von Wechmar gab die Antwort: Sie kam zu dem Schluss, dass die organischen Substanzen den gesamten Stickstoff aus dem Boden gezogen haben und nichts für die Reben übrigließ.
In gesunden, ausgewogenen Böden sollte das Verhältnis von Stickstoff zu Kohlenstoff mindestens bei 1:30 sein, wie es bei hochwertigem Kompost der Fall ist. Sein Boden hatte ein Verhältnis von 1:500.
Um den Stickstoffgehalt im Boden zu erhöhen, kaufte er ein paar Jersey Kühe, um die Weinberge zu beweiden, wenn die Reben ruhen.
Später  wurden diese durch 54 Nguni Rinder ersetzt, da es sich um eine robustere Rasse handelt. Nachts werden die Rinder zusammengetrieben, um das Sammeln von Gülle für die Kompostherstellung zu erleichtern.  

Schädlingsbekämpfung


Die Beseitigung chemischer Kontrollen führt unweigerlich zur Rückkehr nützlicher Insekten. Zusätzlich hatte Reyneke natürliche Landstriche zwischen Weinbergblöcken eingerichtet, um als Lebensraum für Organismen zu dienen, unabhängig davon, ob sie nützlich sind oder nicht. „Der Trick besteht darin, eine ausgewogene Population einer großen Artenvielfalt zu erhalten,“ erklärt Johan.
Wenn Insektenprobleme auftreten, nutzt er lieber die Natur, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Es gab Zeiten, wo er sich beispielsweise 200 Enten auf der Farm hielt, zur Schneckenbekämpfung. Hühner nutze er um den Rüsselkäfer in Schach zu halten.
„Das Federvieh wird tagsüber in die problematischen Gebiete gebracht und nachts in ihre Schlafbereiche."


Krankheiten eliminieren


Reynekes größte Bedrohung sind Leafroll Viren, der Falsche Mehltau und Mehltau. Es scheint als würde sich das Virus nicht verbreiten und er vermutet, dass es daran liegt, dass er den Löwenzahn zwischen den Reihen nicht beseitigt. Löwenzahl wirkt als Falle gegen das Virus.
Außerdem verwendet Reyneke Schwefel zur Behandlung von Mehltau, Kupfer zur Behandlung von Falschem Mehltau jedoch nicht.  Obwohl es sich um ein eingetragenes Bio Produkt handelt, hält er es für zu gefährlich und benutzt stattdessen Trichoderma, eine Art von Pilzen, die häufig im Boden vorkommen, um die Krankheit unter Kontrolle zu halten.
„Trichoderma hat den Falschen Mehltau besetzt, aber es gab Bedenken, das dies den Weinfermentationsprozess beeinflussen könnte. Deshalb habe ich begonnen, einen Trichoderma Metaboliten zu verwenden, der den Brix Spiegel und damit die Pflanzenresistenz erhöht,“ erklärt er.

Man muss seinen eigenen Weg gehen

Reyneke warnt davor zu denken, dass es nur ein einziges  Erfolgsrezept gibt, wenn der Landwirt den Einsatz von Chemikalien vermeiden möchte.
„Ich habe viele Dinge ausprobiert und sie am Ende an das angepasst, was für mich am besten funktioniert hat. Der beste Weg ist wohl, neue Ideen auf kleinen Gebieten zu testen und sie erst dann auszudehnen, wenn sie funktioniert haben. Was heute funktioniert kann möglicherweise morgen nicht mehr klappen, da der Boden ein lebendiger Organismus ist und sich auch im Laufe der Zeit verändert.“
Reyneke hat auch mit Vermicompost experimentiert, aber der Prozess wurde zu mühsam und Kompost lieferte mit weniger Aufwand bessere Ergebnisse.
Versuche mit Mikroorganismen aus Japan funktionierten nicht, während Produkte von Vossen Laboratories aus den Niederlanden gut funktionierten, aber extrem teuer waren.
„Die Verwendung von Hornmist (auch ´500’ genannt) einem biodynamischen Präparat beliefen sich auf 300 Rand/ha, während die Vossen Produkte zu diesem Zeitpunkt 30.000 Rand/ha ausmachten.“

 

Biodynamische Landwirtschaft

Reyneke inhaliert nahezu alle biodynamischen Praktiken. „Jeanne forderte mich dazu auf, 500 zu verwenden, um die Bodengesundheit zu verbessern. Also verwendete ich es in zwei Weinbergreihen. Innerhalb von sechs Monaten gab es einen deutlichen Unterschied zwischen Boden – und Rebqualität, in den Reihen, in denen ich das Präparat angewendet habe.“
Er fügt hinzu, dass in den letzten zwei Jahrzehnten wissenschaftliche Forschungen bewiesen haben, dass biodynamische Praktiken funktionieren. Nämlich als Menschen sich bewusst wurden, dass Chemikalien nicht die Lösung für alle landwirtschaftlichen Probleme sind.
„Früher haben die Menschen höchstwahrscheinlich nicht immer verstanden, warum Dinge die sie taten spezifische Ergebnisse hervorbrachten, heute können diese Geheimnisse wissenschaftlich erklärt werden.“
Reyneke ist besonders von der Philosophie der Biodynamik begeistert.
„Bei Bio dreht sich für mich alles um nachhaltige Produktion, während die Biodynamik darüber hinauswirkt, indem sie auch die Selbstversorgung betrachtet. Mit anderen Worten, man sollte so weit wie möglich alles produzieren, was in einem landwirtschaftlichen Betrieb gebraucht wird. Dies ist einer der Gründe, warum ich eigene Rinder habe, anstatt Mikroorganismen oder Gülle von außen zu kaufen.“
„Die Biodynamik konzentriert sich darauf, was mit Abfall gemacht wird. Weinfarmen produzieren während des Weinherstellungsprozesses große Abfallmengen und Reyneke verwandelt diese Abfälle in Kompost, was wiederum einen Vermögenswert darstellt. Wir recyceln fast alles auf der Farm, sogar unser bedrucktes Papier,“ schmunzelt Johann.

Hier noch eine Anmerkung aus aktuellem Anlass. Gerade erschien Tim Atkins Südafrika Report 2020, in dem Johann zum „ Erzeuger des Jahres 2020“ gekürt wurde! Wir gratulieren von Herzen!





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