Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Kostenloser Versand ab 18 Flaschen (DE)
Versand innerhalb von 24h
Höchste Sicherheit beim Einkauf
Kompetente Hotline: +49 (0)8192 - 9337370

10 Jahre später – Südafrikas Bordeaux-Stil im Härtetest


Ein Blick zurück: Verliert die „New Wave“ etwas an Glanz?

Zu Beginn dieses Jahres fand in London die Verkostung „South Africa’s New Wave Tasting – Ten Years On“ statt, bei der Weine von Jungwinzern getestet wurden, die vor etwa zehn Jahren mit frischen Ideen und innovativen Ansätzen auffielen.

Das Fazit war ernüchternd: Selbst die besten Weine schafften es selten, mehr als 95 Punkte zu erreichen. Die zentrale Frage war: Wie schneiden Südafrikas klassische Weine im Bordeaux-Stil zehn Jahre nach der Ernte ab?

Der Vergleich: Südafrika versus Bordeaux

Um dies herauszufinden, organisierte Sammler Ryan Coetzee eine Blindverkostung. Zwölf der angesehensten Bordeaux-Weine aus Südafrika wurden zusammen mit vier Klasseweinen aus Bordeaux präsentiert.

Die 16 Weine wurden in vier Flights mit jeweils vier Weinen verkostet – drei aus Südafrika und ein aus Bordeaux, blind serviert.

Beispiel der Flights

Flight 1

  1. Stark-Condé Oude Nektar 2015
  2. Keets First Verse 2015
  3. Kanonkop Paul Sauer 2015
  4. Château La Mission Haut-Brion 2015

Flight 2

  1. Thelema Rabelais 2015
  2. Meerlust Rubicon 2015
  3. Warwick Trilogy 2015
  4. Château Pichon Longueville Comtesse 2015

Flight 3

  1. MR de Compostella 2015
  2. Tokara Director’s Reserve 2015
  3. Glenelly Lady May 2015
  4. Château Léoville Las Cases 2015

Flight 4

  1. Ernie Els Signature 2015
  2. Boekenhoutskloof The Journeyman 2015
  3. Vilafonté Series C 2015
  4. Château Pontet-Canet 2015

Die Detailbewertungen

97 Punkte – Thelema Rabelais 2015: strukturiert, komplex, elegant und kraftvoll.

96 Punkte – Ernie Els Signature, MR de Compostella 2015: Topweine, die auch nach zehn Jahren nicht ermüden.

95 Punkte – Kanonkop Paul Sauer, Stark-Condé Oude Nektar: Klassiker mit Tiefe.

94 Punkte – Boekenhoutskloof The Journeyman, Château Léoville Las Cases.

93 Punkte – Glenelly Lady May, Keets First Verse.

92 Punkte – Meerlust Rubicon 2015.

91 Punkte – Château Pichon Longueville Comtesse, Tokara Director’s Reserve, Vriesenhof Kallista (Ersatz für Warwick, nicht blind verkostet).

90 Punkte – Château La Mission Haut-Brion.

89 Punkte – Vilafonté Series C.

Nicht bewertbar – Château Pontet-Canet 2015 (Brettanomyces), Warwick Trilogy 2015 (Korkfehler).

Einzelbewertungen & Eindrücke

Thelema Rabelais 2015: 90 % Cabernet Sauvignon, 10 % Petit Verdot, 20 Monate in neuen Eichenfässern gereift. Nase: rote und schwarze Beeren, florale Noten, Brühe, Erde. Gaumen: Tiefe, Frische, feine Tannine.

Kanonkop Paul Sauer 2015: konstante Höchstleistung, herausragende Cuvée.

Tokara Director’s Reserve: reifer und sanfter als bei früheren Verkostungen – Bewertungen sind Momentaufnahmen.

Klassiker auf Augenhöhe

Stark-Condé, MR de Compostella und Ernie Els bestätigten erneut ihre hohe Qualität: Struktur, Tiefe, Langlebigkeit.

Bordeaux-Weine: nicht durchweg überzeugend. La Mission Haut-Brion wirkte überreif und alkoholisch (15 %). Pichon Longueville Comtesse zeigte Finesse, zunächst zurückhaltend. Léoville Las Cases öffnete sich spät. Pontet-Canet war durch Brett verdorben.

Vriesenhof Kallista ersetzte Warwick Trilogy – leichtes Brett, insgesamt trinkbar.

Cuvée Vilafonté Series C wirkte süßlich und alkoholisch, unter Winzer Chris de Vries (seit 2016) verbesserter Stil, Jahrgang einer Übergangszeit.

Fazit: Südafrikas Klassiker bestehen den Test

Die Verkostung zeigt: Südafrikas Weine im Bordeaux-Stil überzeugen auch nach zehn Jahren. Einige Bordeaux schwächelten, während viele südafrikanische Weine mit Tiefe, Eleganz und Konstanz beeindruckten.

Einmal mehr wird klar: Südafrikas Weinlandschaft bietet nicht nur Innovation, sondern auch Substanz.